DVB-C: Was ist es und wie funktioniert es?

Was ist DVB-C und wofür wird diese Technik genutzt?

DVB-C ist die Abkürzung für Digital Video Broadcasting via Cable. Das bedeutet übersetzt so viel wie digitale Videoübertragung über Kabel. Der Name ist etwas irreführend, denn es können nicht nur Videoinhalte, sondern auch Radiosender über DVB-C kommuniziert werden. Um das Netz nutzen zu können, muss man sich bei einem Kabelnetzbetreiber anmelden und über einen Kabelanschluss verfügen. Im Wohnraum wird dann abschließend nur noch ein DVB-C Receiver benötigt, der auch als Set Top Box bezeichnet wird.

Wie funktioniert DVB-C?

Das Fernsehsignal wird im ersten Schritt vom Provider an die Kabelkopfstationen weitergeleitet. Das kann sowohl über eine Glasfaserleitung, als auch über Satellit erfolgen. In den Kabelkopfstationen wird das Signal aufbereitet und in das MPEG-2 Format umgewandelt, damit es kabelgerecht übertragen werden kann. In diesem Schritt, also auf Netzebene 2, wird jedem Sender auch eine bestimmte Frequenz im Kabelnetz zugeordnet.

Nach der Aufbereitung erfolgt die Weiterleitung an Netzebene 3 und 4 auf regionaler Ebene. Die Haushalte erhalten das Signal im Keller. Dort befinden sich der HÜP (Hausübergabepunkt) und der sogenannte Verstärker. Von hier aus werden alle Signale über die Hausstruktur in die einzelnen Räume bzw. Wohnungen verteilt, was als Netzebene 4 bezeichnet wird (siehe auch Netzebenen). Um eine möglichst hohe Bandbreite bei der Signalübertragung nutzen zu können, werden QAM-64 und QAM-256 als Modulation verwendet.

Technische Details zu DVB-C

Welche Kabelnetzanbieter gibt es Deutschland?

Welche Programme lassen sich über DVB-C empfangen?

Dies ist davon abhängig, bei welchem Kabelnetzbetreiber man sich registriert hat. Grundsätzlich sind immer alle öffentlich-rechtlichen TV Sender und Radioprogramme verfügbar. Die freien Privatsender lassen sich im DVB-C Netz nur gegen die Zahlung einer Zusatzgebühr empfangen. Dies gilt natürlich auch dann, wenn man Pay-TV Inhalte anschauen möchte. Hier ist grundsätzlich im Vorfeld ein Abo abzuschließen.

Welche Probleme können beim Empfang von Kabel TV auftreten?

Die meisten Menschen sind der Meinung, dass man jeden DVB-C Receiver an jedem Netz betreiben kann. Das ist ein Fehler, denn die technischen Voraussetzungen und Anforderungen werden einzig und allein durch den Kabelnetzbetreiber festgelegt. Da jeder Betreiber nach der dritten Netzebene noch weitere Inhalte zum Kabelsignal hinzufügen kann, muss er auch für die individuellen technischen Voraussetzungen sorgen.

Die Auswahl der Receiver ist sehr klein. Sie müssen auf jeden Fall mit den Smartcards der Betreiber zertifiziert werden. Die DVB-C Module, die oftmals in modernen Fernsehgeräten verbaut sind, können somit also in den meisten Fällen nicht genutzt werden. Als Endkunde unterliegt man einem Zwang, nur eine bestimmte Auswahl an Receivern für DVB-C zu verwenden. Zusätzlich dazu ist die Grundverschlüsselung ein echtes Problem, denn in den meisten Kabelnetzen sind die ansonsten frei verfügbaren Sender wie RTL, SAT1, PRO7 und Kabel Eins nur gegen die Zahlung einer Gebühr verfügbar. Die einzige Ausnahme bildet hier Kabel BW. Hier sind die Free TV Sender auch wirklich kostenlos.

Warum sind HD Sender im Kabelnetz verschlüsselt, während sie im Satelliten TV frei verfügbar bleiben?

Die hat ganz einfach lizenzrechtliche Gründe. Wenn ein Sender die Rechte an einem großen Live Event einkauft, sind dafür sehr hohe Zahlungen zu leisten. Über Kabel lässt sich jedoch genau sagen, wo die Kunden das Signal empfangen. Der Sender kann beim Rechteinkauf also günstigere Preise erzielen, da er nicht beispielsweise für ganz Europa, sondern nur für Deutschland bezahlen muss. Bei der Ausstrahlung über Satelliten TV ist es nicht möglich zu erkennen, wo auf der Welt das Programm empfangen wird. Dies hat zur Folge, dass Premium Live Veranstaltungen und Events dann nur noch über die verschlüsselten und kostenpflichtigen HD Varianten über Kabel zu sehen sind. Auf den Satelliten HD Sendern würde dann ein Alternativprogramm ausgestrahlt.



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