Wissenswertes zu DOCSIS 3.1

docis-3-1-was-istWie schnell ist DOCSIS 3.1 – Wo liegen die maximalen Übertragungsraten?

Um den Datendurchsatz beim Surfen und dem Konsum von Multimediainhalten zu maximieren und konstant zu halten, sei nach DOCSIS 3.0 der neue Standard DOCSIS 3.1 entwickelt worden. Man wollte eine schnellere Internetverbindung, ohne jedoch die HFC Infrastruktur (Hybrid Fiber Coax) zu verändern. Der Low Density Parity Check (LDPC Fehlerschutz) ist in Zusammenarbeit mit der OFDM Modulation die wichtigste Innovation und führte somit zum Fortschritt bei der Datenübertragung.

 

 

 

10 GBits/S im Downstream und 1 GBit/s im Upstream sind mit DOCSIS 3.1 möglich. Durch den hochentwickelten Fehlerschutz LDPC ist es in Zukunft möglich, dass Kabelnetz über DOCSIS 3.1 mit einer QAM4096 Konstellation zu betreiben. Bisher war dies nicht möglich und so wird es zu einem unvergleichlichen Datendurchsatz bei der Übertragung kommen.

Wo gibt es bereits jetzt schon das schnelle High Speed Internet?

Verschiedene Internetanwendungen wie z. B. HD Streaming benötigen einen sehr großen Datendurchsatz. Bisher war es nur schwer möglich, mit einer 6000er oder 16000er DSL Leitung HD Inhalte ohne große Verzögerungen zu betrachten. Die Wiedergabegeräte mussten mit enormen Pufferzeiten arbeiten und so war der Filmgenuss schon vor dem Start getrübt. Beim Vorspulen oder dem Überspringen eines Kapitels kam es jedes Mal wieder erneut zu Wartezeiten. Mit DOCSIS 3.1, der neuen Spezifikation zur Datenübertragung, laufen HD Filme nun deutlich schneller, denn die Leistung ist überragend.

Unitymedia arbeitet seit Februar 2016 offiziell mit DOCSIS 3.1

Bereits im September 2015 liefen die Vorbereitungen bei Unitymedia auf Hochtouren. Es wurden regelmäßige Tests durchgeführt, um den Kunden schon bald ein fertiges Produkt zu liefern. Die Tests wurden in den Unitymedia Labs in Deutschland durchgeführt. Seit Anfang 2016 gibt es Leitungen mit bis zu 400 MBit/s im Downstream auch für Privatkunden.

Ein Sprecher von Kabel Deutschland ließ am 10. September 2015 verkünden, dass auch bei den anderen Kabelnetzanbietern die Vorbereitungen auf das High Speed Internet in vollem Gange seien. Die Interoperabilitätstests seien durchweg erfolgreich verlaufen und so könnten sich die Endkunden schon bald auf eine gänzlich neue Erfahrung beim Down- und Upload einstellen.

Neue Frequenzbereiche bei DOCSIS 3.1 sorgen für den letzten Schub

OFDM und LDPC allein können nicht für die gewünschte Anhebung der Streamrate sorgen. Aus diesem Grund haben die Entwickler auch die Frequenzen neu festgelegt. Im oberen Maximum gibt es zunächst 1218 MHz, im zweiten Schritt dann sogar bis 1794 MHz. Das gilt allerdings nur für den Downstream. Im Upload reichen die Frequenzen von 5 bis 204 MHz. Erst dadurch lassen sich die Datenraten von 10 GBit/s im Download und 1 GBit/s im Upload erzielen.

Den Kunden dürfte letztendlich nur interessieren, welche Datenrate bei Ihm ankommt, denn beim Kabelnetz handelt es sich um ein sogenannte Shared Medium.

Wo lässt sich in Deutschland bereits heute schon mit DOCSIS 3.1 HD Streaming flüssig umsetzen?

Eine genaue Aufstellung ist an dieser Stelle nicht möglich, denn am wahrscheinlichsten ist die Durchführung der Datensatzsteigerung wie immer in den Ballungsgebieten bzw. Großstädten.

Unitymedia gibt an, dass zu Beginn ca. 40% aller ans Unitymedia Netz angeschlossene Haushalte über einen Downstream von 400 Mbit/s verfügen können. Primacom möchte im Jahr 2016 sogar eine Internetleitung zur Verfügung stellen, die schneller als 400 Mbit/s ist. Immerhin erreicht der Provider 1,2 Millionen Menschen und ist damit der viertgrößte Anbieter.

Tele Columbus hingegen setzt schon seit 2015 auf die 400 Mbit/s Leitung. Getestet wurde sie jedoch nur in Potsdam. Inzwischen gibt es das Produkt auch in Jena. Ob ein Ausbau ansteht, steht derzeit noch in den Sternen. Vodafone führt im April 2016 zum ersten Mal den 400 Mbit/s Downstream ein. Hier wird das Paket mit einem Upstream von 25 Mbit/s kombiniert. Man wird jedoch sehr wahrscheinlich eine Volumenbegrenzung einführen, also keine echte Flatrate auf den Markt bringen, wie es bei Tele Columbus der Fall ist.

Um herauszufinden, ob die Anbieter im eigenen Wohngebiet das schnelle Internet zur Verfügung stellen, gibt es jeweils auf der Homepage Adresstools, die sofort signalisieren, ob der schnelle Downstream bei der eigenen Adresse verfügbar ist.
04.03.2016